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Hackschnitzelkessel: Sie sind wirtschaftlich und ökologisch, wenn große Wärmemengen benötigt werden.
Hackschnitzelkessel: Sie sind wirtschaftlich und ökologisch, wenn große Wärmemengen benötigt werden.

Holzhackschnitzel für Ein- und Mehrfamilienhäuser

Hackschnitzelfeuerungen werden mancherorts in Ein- und Mehrfamilienhäusern eingesetzt, mehrheitlich jedoch in Betrieben der Land- und Holzwirtschaft sowie Schulen, Kirchen oder Wohnkomplexen. Sie sind wirtschaftlich und ökologisch, wenn große Wärmemengen oder hohe Prozesswärmetemperaturen benötigt werden. Zugleich muss ausreichend Platz für Kesselhaus, Lager und Zufahrt vorhanden sein und der Brennstoff günstig in gleichbleibender Qualität zur Verfügung stehen. Holzhackschnitzel sind prädestiniert für dezentrale Heizkraftwerke mit Wärmenetz zur wärmegeführten Stromproduktion. Mit zunehmender Leistungsgröße und entsprechender Technik (zum Beispiel Abgasreinigung) können auch inhomogene Hackschnitzelsortimente verwendet werden.

Die Technik

Der Verbrennungsprozess in einem Hackschnitzelkessel erfolgt vollautomatisch, indem das Hackgut über ein Transportsystem vom Lager direkt in den Feuerraum geleitet wird. Über den Wärmetauscher wird die Wärme dann in den Heizkreislauf übertragen. Die bei der Verbrennung anfallende Asche wird automatisch in eine separate Aschetonne ausgetragen. Gut zu wissen: Um die Effizienz einer Hackschnitzelheizung voll auszuschöpfen und maximale Einsparungen bei den Brennstoffkosten zu erreichen, ist es sinnvoll einen ausreichend dimensionierten Pufferspeicher für die Wärmeabnahme und Wärmeverteilung einzuplanen. Nur so kann die Anlage effizient und emissionsarm in Volllast betrieben werden; der ungünstige Teillastbereich kann so vermieden und die Lebensdauer der Anlage verlängert werden.

Die Förderung

Moderne holzbetriebene Heizsysteme werden großzügig gefördert. Es steht eine Auswahl an Förderinstrumenten bereit, die zum Teil miteinander kombiniert werden können, so lange die Summe aus Krediten, Zuschüssen und Zulagen die Summe der förderfähigen Kosten nicht übersteigt. Es gibt wie üblich auch Ausnahmen, so wie die Steuerermäßigung im Wohneigentum, die nicht mit anderen Instrumenten kombinierbar ist. Regelmäßig werden auch Fördersätze oder Voraussetzungen angepasst. Es lohnt sich daher, sich vor Vergabe des Installationsauftrags aktuell zu informieren.

Grundsätzlich erweist sich für die meisten Biomasseheizanlagen die BAFA-Förderung aus dem Marktanreizprogramm am attraktivsten – je nach Möglichkeit in Kombination mit dem Landesprogramm progres.nrw. Seltener können sich auch die anderen Angebote der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder die Steuererleichterung lohnen.

Hier geben wir Ihnen einen Überblick über die Kernelemente der wichtigsten Förderprogramme für holzbetriebene Zentralheizungen:

Marktanreizprogramm (MAP)

Antragstellung bei

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Mehr

Was wird gefördert?

Installation von Kesseln zur Verbrennung von Biomassepellets und Holzhackschnitzeln, von Kombinationskesseln zur Verbrennung von Biomassepellets/Hackschnitzeln und Scheitholz sowie von besonders emissionsarmen Scheitholzvergaserkesseln ab 5 kW Nennwärmeleistung

Wer kann Antrag stellen?

Privatpersonen, Wohnungseigentümergemeinschaften, freiberuflich Tätige, Kommunen, kommunale Gebietskörperschaften und Zweckverbände,     Unternehmen, gemeinnützige Organisationen oder Genossenschaften (Nicht antragsberechtigt: Hersteller von förderfähigen Anlagen)

Unter welchen Bedingungen?

Es werden nur Anlagen gefördert, die die technischen Mindestanforderungen erfüllen (s. Liste des BAFA)

Umfang der Förderung?

Die Förderung beträgt bis zu 35 Prozent der der tatsächlich entstandenen Kosten für das neue Heizsystem (das heißt inklusive Lager, Pufferspeicher, Wanddurchbrüchen, Deinstallation und Entsorgung der Altanlage etc.). Wird eine gemäß EnEV nicht austauschpflichtige Ölheizung ersetzt, erhöht sich der Fördersatz auf 45 Prozent. Diese Fördersätze gelten auch für den Neubau, dort allerdings mit höheren Anforderungen an die Technik (z. B. Brennwertnutzung oder sekundäre Partikelabscheidung). Es werden nun auch Gas-Hybridheizungen gefördert. Für Anlagen, die eine neue Gasheizung mit einer holzbetriebenen Anlage über eine gemeinsame Steuer- und Regelungstechnik kombinieren, beträgt die Förderung bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Die förderfähigen Kosten sind insgesamt begrenzt auf max. 50.000 Euro pro Wohneinheit in Wohngebäuden und auf max. 3,5 Mio. Euro pro Gebäude in Nichtwohngebäuden

Wichtig!

Die Antragstellung muss vor Vorhabenbeginn erfolgen. Nicht förderfähig: Öl-Hybrid- oder Öl-Brennwertheizunge. Wird eine Ölheizung um eine holzbetriebene Anlage ergänzt, kann letztere jedoch gefördert werden.

Auch wenn eine bestehende Biomasseheizanlage um eine Gas-Brennwertheizung ergänzt werden soll, können die neuen Anlagenteile als Gas-Hybridheizung gefördert werden.

progres.nrw

Antragstellung bei

Bezirksregierung Arnsberg Mehr

Was wird gefördert?

Biomasseanlagen in Verbindung mit einer thermischen Solaranlage: Pelletkessel mit Brennwerttechnik, Pelletkessel, Kombikessel bzw. Hybridkessel, Holzhackschnitzelkessel, Partikelabscheider

Wer kann Antrag stellen?

Mit Sitz in NRW: Privatpersonen, freiberuflich Tätige, Unternehmen, Gemeinden als Träger von Einrichtungen ohne wirtschaftliche Tätigkeit

Unter welchen Bedingungen?

Bis Ende 2019: Anschaffung eines wassergeführten Pelletofens, welcher in Kombination mit einer thermischen Solaranlage (min. 5 m²) als Hauptheizung dient sowie mit einem ausreichend großen Pufferspeicher (min. 30 Liter pro kW) ausgestattet ist. Die Anlage muss in der Liste des BAFA aufgeführt sein. Die fachgerechte Montage ist durch eine Fachunternehmerbescheinigung nachzuweisen.

Umfang der Förderung?

Bis Ende 2019: Die Fördersumme für Pelletöfen mit Wassertasche wurden 2019 mit einem fixen Betrag von 750 Euro vom Land bezuschusst. Zusätzlich 250 Euro für die Installation eines Partikelabscheiders. Inwiefern diese weitergeführt wird, werden wir in den kommenden Wochen für Sie eruieren.

Wichtig!

Der Antrag muss vor Vorhabenbeginn gestellt und der Bescheid abgewartet werden. Achtung: Antragsstopp! Voraussichtlich ab 04.02.2020 können Maßnahmen wieder neu beantragt werden. Die Förderbedingungen und -sätze werden ggf. geändert.

Neben diesen Förderprogrammen gibt es Re- und Finanzierungsmöglichkeiten seitens der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse gewährt. Interessant ist das Angebot vor allem im großen Anlagenbereich, bei Besonderheiten (z. B. für Wärmenetze, bei Einsatz von Prozesswärme oder für große Holzfeuerungen im Neubau, die nicht mit Partikelabscheider oder Brennwerttechnik ausgerüstet werden) beziehungsweise für bestimmte Zielgruppen (z. B. kleine und mittelständische Unternehmen). Da die KfW eine Reihe von Förderprodukten anbietet, ist eine persönliche Beratung im Vorfeld wichtig. Über das Infocenter der KfW finden Sie den richtigen Ansprechpartner.

Des Weiteren ist im Klimaschutzprogramm 2030 eine steuerliche Förderung für energetische Maßnahmen in selbstgenutztem Wohneigentum verankert. Dies betrifft auch Pelletöfen mit Wassertasche. Pro Gebäude kann die Steuerermäßigung 20 Prozent der Aufwendungen betragen, maximal 40.000 Euro, verteilt über drei Jahre. Die installierten Biomasseanlagen im Nennleistungsbereich zwischen 5 und 100 kW müssen ebenfalls technische Mindestkriterien erfüllen. Die Ausgaben könnten erstmalig mit der Steuererklärung im Jahr 2021 geltend gemacht werden. Eine Kombination der steuerlichen Förderung mit anderen Förderinstrumenten ist nicht zulässig.

Mehr über Förderung und Zuschüsse

Die Lagerung

Holzart und Wassergehalt bestimmen auch beim Heizen mit Hackschnitzeln den Energiegehalt. Dabei kann der Brennstoff auf den gewünschten Wassergehalt hin gezielt getrocknet werden. Oder er wird auf sauberen, befestigten Plätzen mit Asphalt, Pflastersteinen oder Beton als Untergrund und einem Schutz gegen Niederschlag an der Luft getrocknet. Die natürliche Trocknung kann mit der Eigenwärme der Hackschnitzel oder durch Umwälzen erfolgen. Für die natürliche Trocknung und gleichzeitige Lagerung bieten sich Lagerhallen mit luftdurchlässigen Seitenwänden in Holzbauweise an, oder halbdurchlässige Trocknungsvliese. Gut zu wissen: Ein Wassergehalt von 25 bis 35 Prozent – je nach Vorgabe des Kesselherstellers – ist das Ziel des Trocknungsvorgangs. Anschließend werden die Hackschnitzel gegen Niederschlag und Wiederbefeuchtung geschützt gelagert.

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