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Holzeinschlag und energetische Nutzung in Deutschland

Wärmeerzeugung mit Holz und Holzpellets aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung

Heizen mit Holzpellets ist nur eine Variante der Wärmeerzeugung mit Holz.
Holzpellets werden in Deutschland aus Holzabfallprodukten, insbesondere im Rahmen der Möbelindustrie gewonnen. Zertifikate stellen sicher, dass das Holz für die Holzpellets aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammen.  Mit einem Holzvorrat von 3,7 Milliarden Kubikmetern ist Deutschland unter den in dieser Hinsicht führenden Ländern Europas. Die nachhaltige Bewirtschaftung hiesiger Wälder garantiert, dass Holz als Baustoff sowie Energieträger für eine große Zahl von Haushalten zur Verfügung steht und auch zukünftig stehen wird.

Holz wird hierzulande nicht vorrangig als Brennstoff geschlagen. Die energetische Nutzung ist nahezu immer an die Verwendung von Holz als Werk- und Baustoff geknüpft. Von den rund 53 Millionen Kubikmetern Holz, die in Deutschland im Jahr 2017 geschlagen wurden, wurden letztlich 19 Prozent zur Wärmeerzeugung genutzt.


Wir haben nachgefragt und Frau Heidrun Buß-Schöne, Geschäftsführerin des Waldbauernverband NRW e.V. stand uns am 12. Dezember 2018 Rede und Antwort zum Thema Holzeinschlag im Privatwald und skizziert die damit verbundenen Herausforderungen. 

Der Schatz im Privatwald

277 Mio. m³ Holz stehen in den Wäldern Nordrhein-Westfalens, fast ein Drittel der Gesamtfläche ist bewaldet. Eine Besonderheit ist der hohe Anteil des Privatwalds: Mit 64 Prozent ist dieser höher als in jedem anderen Bundesland. Heidrun Buß-Schöne, Geschäftsführerin beim Waldbauernverband NRW e. V., skizziert die damit verbundenen Herausforderungen.

Welche Vorteile hat die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder?

Ohne Waldbewirtschaftung stünde den Menschen in Deutschland der Ökorohstoff Holz mit seinen Verwendungsmöglichkeiten nicht zur Verfügung und müsste importiert oder durch andere Stoffe ersetzt werden. Zudem bietet die Forst- und Holzwirtschaft in NRW Arbeitsplätze für etwa 250.000 Menschen. Und dann der Klimaschutz: Durch die Entnahme von Bäumen entsteht Platz für neue Bäume, die gerade in jungen Jahren eine große Menge an Kohlenstoff speichern. Ohne Waldbewirtschaftung würden außerdem Lichtbaumarten, wie zum Beispiel die Eiche, fast überall von der konkurrenzkräftigen Buche verdrängt werden. Gerade auf die Eichenwälder sind aber viele, auch seltene Tierarten angewiesen.

Waldwirtschaft ist somit aktiver Klima- und Artenschutz.

Und wie kommt es, dass die Bewirtschaftung der Wälder und die Nutzung des Holzes, beispielsweise als Brennstoff, dennoch häufig tabuisiert werden?

In das romantische Bild des „heilen Waldes“ passen eben weder Forstmaschinen noch Motorsägen. Zumindest nicht vor der eigenen Haustür. Wir Waldbauernverbände mahnen daher zu ausgewogener Information. Einseitiges Trachten nach Stilllegung und Bäume kuscheln helfen nicht weiter.

Schätzungen zufolge werden nur etwa 80 Prozent des Holzzuwachses tatsächlich verwertet. Viel ungenutztes Potenzial dürfte im Privatwald liegen. Wird dieses Holz gar nicht genutzt?

Durch Orkan ‚Friederike‘ sowie der enormen Mengen an Trocknis- und Käferholz  – Schätzungen zufolge über 4,5 Mio. m³ in NRW – fiel 2018 mehr Holz als üblich an. Durch den Preisverfall ist es derzeit in der Tat fraglich, ob das gesamte Sturm- und Dürreholz tatsächlich vermarktet werden kann. Doch auch für "normale" Jahre weist die Landeswaldinventur NRW das größte ungenutzte Holzpotenzial in den Privatwäldern aus. Diese Zahlen gehen von den vermarkteten Holzmengen aus. Es gibt schlichtweg keine Erhebung, wie viel Holz sich die Waldbesitzer aus ihren Wäldern zum Eigenbedarf herausholen. Natürlich gibt es auch nicht wenige Waldbesitzer, die ihren Wald nicht bewirtschaften.

Ist die flächendeckende, konsequente und gleichzeitig nachhaltige Bewirtschaftung des Privatwaldes somit Utopie?

Die Bewirtschaftung in NRW ist nachhaltig. Allerdings muss bei der Frage der "flächendeckenden und konsequenten Bewirtschaftung" klar nach Kleinstwaldbesitzern und eigenständigen, größeren Waldbesitzern unterschieden werden. Gerade Waldbesitzer mit Klein- und Kleinstflächen bewirtschaften ihre Flächen im Nebenerwerb und sind auf Fachleute mit forstlichem Sachverstand angewiesen. Vieles lohnt sich erst, wenn mehrere Flächen gemeinsam bewirtschaftet werden. Auch beim Holzverkauf sind Waldbesitzer auf eine Bündelung der Holzmengen angewiesen.

Was würde Ihrer Ansicht nach die Waldbewirtschaftung unterstützen?

Natürlich wünschen wir Waldbesitzer uns auskömmliche Holzpreise, die uns den Einsatz in den Wäldern auch ermöglichen. Darauf Einfluss zu nehmen, ist bekanntermaßen schwierig. Zentral für die Waldbewirtschaftung sind auch die Forstlichen Zusammenschlüsse, die gestärkt werden müssen. Einen wichtigen Anreiz sehen wir im Hinblick auf den klimanotwendigen Waldumbau aber auch darin, dass die Fokussierung der Sägewerke auf Nadelholz abnimmt und auch Laubholz stärkere Verwendung findet. Hier gibt es gute Ansätze. Auch müssen Waldbesitzer finanziell und fachlich dabei unterstützt werden, ihre Wälder gemäß Waldbaukonzept NRW „klimafit“ zu machen. Denn die Waldbesitzer sind nicht Verursacher der Klimaprobleme, die sie jetzt zu bewältigen haben. Sie können aber Teil der Lösung sein.

Dieses Interview führten wir mit Frau Heidrun Buß-Schöne, Geschäftsführerin Waldbauernverband NRW

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Das umfassende Interview zum Thema "Wie wichtig ist die Waldwirtschaft für den Klimaschutz?" finden Sie
hier!
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