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Die energetische Nutzung von Holz ist per Definition CO2-neutral: Denn es fällt bei der Verbrennung nur soviel CO2 an, wie der Baum während seiner Wachstumsphase gebunden hat.
Die energetische Nutzung von Holz ist per Definition CO2-neutral: Denn es fällt bei der Verbrennung nur soviel CO2 an, wie der Baum während seiner Wachstumsphase gebunden hat.

Emissionen moderner Holzfeuerungen

Holzfeuerungen haben den Ruf, einen Beitrag zur Minderung der CO2-Emissionen und somit zum Klimaschutz zu leisten. Gleichzeitig gelten sie neben dem Verkehr als eine der Hauptursachen für die Feinstaubbelastung hierzulande. Wohl oder Wehe – die Bilanz fällt je nach Anlagengröße und Brennstoff unterschiedlich aus: Automatisch beschickte Feuerungsanlagen zeichnen sich – insbesondere bei zunehmender Anlagengröße und beim Einsatz genormter Holzbrennstoffe wie Pellets – durch sehr geringen Ausstoß an CO2, Staub und CO aus und tragen dank des nachhaltig verfügbaren, regionalen Brennstoffs Holz ganz klar zum Klimaschutz bei. Denn moderne Pelletfeuerungen sind nach Angaben des Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) nur für drei Prozent der Staubemissionen verantwortlich. Dies ergab die Studie „Abschätzung des Anteils zentraler Holzfeuerungsanlagen an den Staubemissionen in Deutschland“ des DBFZ aus dem Jahr 2013. Ältere Einzelraumfeuerungen hingegen, darunter vor allem offene Kamine, verbrauchen viel Brennstoff und weisen schlechte Emissionswerte auf. Die Aktion Holz+Pellets empfiehlt, diese Anlagen gegen moderne, effiziente Einzelraumöfen auszutauschen – für Komfort und Klimaschutz.

Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen

Wenn von Emissionen die Rede ist, geht es grundsätzlich um den Ausstoß von Teilchen, Schadstoffen oder Wellen in die Umwelt. Im Fokus stehen besonders Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlen und ähnliche Umwelteinwirkungen, die durch Anlagen hervorgerufen werden. Das zentrale Regelwerk, das auf nationaler Ebene zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliches etabliert wurde, ist das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) mit den daraus abgeleiteten Rechtsverordnungen (BImSchV).

CO2-Emissionen

Die energetische Nutzung von Holz ist per Definition CO2-neutral: Es fällt bei der Verbrennung nur soviel CO2 an, wie der Baum während seiner Wachstumsphase gebunden hat. Bei der Aufbereitung und dem Transport des Brennstoffs fällt natürlich auch CO2 an. Im Vergleich zu fossilen Brennstoffen ist die emittierte Gesamtmenge an CO2 bei Holzbrennstoffen allerdings sehr gering. Denn bei fossilen Brennstoffen wird bei der Verbrennung  Kohlendioxid freigesetzt, das seit Millionen von Jahren gespeichert ist. Diese Freisetzung führt zu einer Erhöhung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre und ist maßgeblich für den anthropogenen Treibhauseffekt verantwortlich.

Natürlich bezieht sich die CO2-Neutralität lediglich auf den Verbrennungsprozess. Bei der Gewinnung, Aufbereitung und dem Transport der Pellets wird, wie bei allen anderen Energieträgern, ebenfalls CO2 freigesetzt, das zum Treib­hauseffekt beiträgt. Welcher Brennstoff hierbei am besten abschneidet,  kann anhand der Relation des Energiegehaltes gegenüber dem Energieaufwand bei der Produktion beurteilt werden. Bei Pellets, die aus Sägespänen hergestellt werden, liegt nach C.A.R.M.E.N. e. V. der Energieaufwand bei 2,7 Prozent des Energiegehalts der Presslinge. Andere Brennstoffe wie bei beispielsweise Erdgas und Heizöl schneiden in ihrer Ökobilanz mit ca. 15 Prozent deutlich schlechter ab.

Wie hoch sind somit die Emissionen einer modernen Holzpelletanlage? Nach Angaben des Instituts für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart (IER) können über den gesamten Produktlebenszyklus eines Pelletofens mit Wassertasche oder einer Pelletzentralheizung etwa 440 kg CO2-Äquivalente (CO2-eq) pro Jahr errechnet werden. Eine Heizöl- oder Erdgasheizung mit Brennwerttechnik und Solarthermie verursacht hingegen jährlich rund 4.240 beziehungsweise 3.270 kg CO2-Äquivalente.

CO, Staub und weitere Emissionen

Bei einer unvollständigen Verbrennung von Holz entstehen Kohlenmonoxid (CO), Staub sowie flüchtige organische Verbindungen wie Methan etc. Die Einhaltung der Grenzwerte für CO und Staub werden bei Einzelraumfeuerungen geprüft, bevor der Gerätetyp auf den Markt kommt. Bei Heizkesseln überwacht der Schornsteinfeger alle zwei Jahre die Einhaltung der Vorgaben. Eine hohe Verbrennungstemperatur, ein gutes Verhältnis zwischen brennbaren Gasen und der Verbrennungsluft sowie eine angemessene Verweilzeit in der heißen Zone der Feuerungsanlage reduziert die Emissionen deutlich. Insbesondere größere und vollautomatisch beschickte Feuerungsanlagen punkten hier mit niedrigsten Werten. Auch genormte und zertifizierte Holzbrennstoffe wie Holzpellets tragen zu einer emissionsarmen Raumwärme bei.

Aus verschiedenen Gründen liegen die Emissionen aus Pelletfeuerungen deutlich unter denen aus Stückholzöfen. Diese Gründe hat der Deutsche Energieholz- und Pelletverband e. V. (DEPV) kurz zusammengefasst:

  • Automatische Befeuerung: Pelletkessel und -öfen funktionieren – anders als Scheitholzöfen – auf Basis einer geregelten, automatischen Brennstoffzufuhr. Dies mindert sowohl das Risiko von Fehlbedienung als auch der Nutzung von unzulässigen Brennstoffen wie feuchtem Holz oder sogar Haushaltsabfällen.
  • Genormter und zertifizierter Brennstoff: Holzpellets werden zu 90 Prozent aus trockenen Holzspänen produziert, die im Sägewerk beim Einschnitt von entrindetem Holz anfallen. ENplus-zertifizierte Pellets – mehr als 95 Prozent der in Deutschland produzierten Pellets – unterliegen strengen qualitativen Anforderungen an das Produkt, die Lagerung sowie die Logistik. Dadurch gibt es ein breites Angebot an Premiumpellets mit niedrigem Wasser- und Aschegehalt, die neben dem reibungslosen Heizungsbetrieb auch zum hervorragenden Emissionsverhalten von Pelletfeuerungen beitragen.
  • Strenge gesetzliche Anforderungen an die Luftreinhaltung: Die seit 2010 in verschärfter Fassung gültige Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) fordert von Holzfeuerungen die Einhaltung sehr strenger Grenzwerte für den Ausstoß von Staub und Kohlenstoffmonoxid (CO). Bei Heizkesseln überprüfen Schornsteinfeger deren Einhaltung kurz nach der Inbetriebnahme und dann alle zwei Jahre in der Praxis. Seit 2015 installierte Holzpellet- und Hackschnitzelheizungen (ab 4 kW) dürfen nur noch 20 mg/m³ Staub ausstoßen (2. Stufe 1. BImSchV). Das sind nur noch 13 % des früher für Holzfeuerungen ab 15 kW zulässigen Wertes (für Anlagen bis 15 kW gab es gar keine Grenzwerte!). Für Pelletkaminöfen ohne Wassertasche gelten 30 mg/m³. Für Stückholzheizungen gilt die 2. Stufe seit Anfang 2017. Für diese sehr niedrigen Grenzwerte gab es bis 2013 noch nicht einmal Messgeräte für die Messung durch den Schornsteinfeger vor Ort. ·
  • Anlagenalter: Über die Hälfte der Pelletfeuerungen wurde nach Inkrafttreten der 1. BImSchV installiert. Kaum eine Pelletfeuerung ist älter als 20 Jahre. Demgegenüber wurden 80 Prozent der Stückholzöfen vor 2010 installiert – mehr als 40 Prozent sind sogar älter als 20 Jahre.

Zudem kommt es beim Einsatz von Holzfeuerungen auch immer auf den Faktor Mensch an, denn wichtig ist, was verfeuert wird und wie. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) stellt hierfür eine hilfreiche Broschüre zur Verfügung.

Fazit

Was die CO2-Bilanz angeht, so ist Holz als nachwachsender Brennstoff klimafreundlicher als Heizöl und Erdgas. Bei seiner Aufbereitung, seinem Transport und seiner Verbrennung wird deutlich weniger CO2 ausgestoßen als bei den fossilen Brennstoffen. Insbesondere Holzpellets bieten zudem die Möglichkeit, einen in der Region ohnehin anfallenden Reststoff der holzverarbeitenden Industrie zur Wärmeerzeugung zu nutzen und somit ein vorhandenes Nebenprodukt sinnvoll zu verwerten.

Wer auf moderne Heiztechnik setzt, stellt außerdem sicher, dass die in der 1. BImSchV festgelegten, strengen Emissionswerte für CO, Staub und Co. eingehalten werden. Grundsätzlich gilt: Die niedrigsten Emissionen und gleichzeitig die höchste Wirtschaftlichkeit erreichen Zentralheizungen mit zusätzlicher Abgasreinigung. Sie haben gegenüber Einzelraumfeuerungen klar die Nase vorn. Noch effizienter und umweltfreundlicher sind größere Feuerungsanlagen, die über ein Wärmenetz mehrere Gebäude gleichzeitig mit regenerativer Wärme versorgen.

Weit abgeschlagen in punkto Emissionen und Effizienz sind hingegen offene Kamine. Wer die flackernde Flamme im Wohnzimmer nicht missen möchte, greift lieber zu einem modernen Holz- oder Pelletofen, am besten mit Wassertasche zum Anschluss an den Heizkreislauf. Mehr erfahren

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