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Holznutzung und Waldschutz gehen bei einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung Hand in Hand.
Holznutzung und Waldschutz gehen bei einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung Hand in Hand.

Holzvorräte, Zuwachs und nachhaltige Nutzung

In den deutschen Wäldern stehen etwa 3,9 Milliarden Kubikmeter (m³) Holz – in Nordrhein-Westfalen sind es rund 277 Mio. m³. Damit sind stattliche 32 Prozent des Bundesgebiets beziehungsweise 27 Prozent der Fläche NRWs bewaldet. Die ausgiebigen Waldflächen machen Deutschland zum holzreichsten Land der Europäischen Union.

Die hiesigen Wälder sind Lebensraum für Tiere sowie Pflanzen und übernehmen wichtige Funktionen, zum Beispiel Erosionsschutz, Wasserschutz, Immissionsschutz-, Lawinenschutz und vor allem Klimaschutz. Sie sind aber auch ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Denn der Wald fungiert als Rohstofflieferant für die holzverarbeitende Industrie – und ist nachgelagert auch ein Brennstofflieferant für alle, die mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz heizen. Damit der Wald alle seine Funktionen jetzt und auch in Zukunft wahrnehmen kann, kommt es auf eine nachhaltige Bewirtschaftung dieser Ressourcen an.

Holzzuwachs und -entnahme

Klar ist, das Ökosystem Wald bleibt nur dann im Gleichgewicht, wenn höchstens der durchschnittliche jährliche Zuwachs entnommen wird, keinesfalls mehr. Dem Statistischen Bundesamt zufolge wurde diese Grenze selten überschritten. In den Jahren ohne besondere Schadereignisse werden meist um die 90 Prozent des nutzbaren Zuwachses entnommen, so das Umweltbundesamt. Die Holzvorräte wachsen so trotz steigender Holznachfrage an.

Die Angaben decken sich auch mit der Kohlenstoffinventur, die 2017 den Zustand des deutschen Waldes zwischen der letzten Bundeswaldinventur 2012 und der kommenden 2022 erfasst hat. Das positive Ergebnis: 117,4 Mio. m³ Holz pro Jahr sind im betrachteten Zeitraum nachgewachsen. Drei Viertel davon sind durch Holzeinschlag oder natürliche Ursachen wieder verbraucht worden. Ein Viertel ist in der „Kohlenstoffsenke“ Wald verblieben und hat die Holzvorräte weiter anwachsen lassen.

Leider zeichneten sich die Jahre 2018 und 2019 durch langanhaltende Trockenheit, Insektenbefall durch Borkenkäfer und regional auch Stürme aus. Das Bundesumweltministerium rechnet mit rund 105 Millionen Kubikmetern Schadholz in diesen beiden Jahren. Diese müssen – auch zum Schutz des Waldes – abtransportiert werden. Tatsächlich prognostizierte das Thünen-Institut für Internationale Waldwirtschaft und Forstökonomie, dass die Holzentnahme dadurch aber nur gering ansteigen würde. Für das Jahr 2018 würde die Gesamtmenge an entnommenem Holz beispielsweise nur um zehn Prozent höher ausfallen als im Vorjahr, so das Institut in seiner Berechnung des Holzeinschlags.

Anpassung an Klimawandel und nachhaltige Bewirtschaftung

Natürliche Wiederbewaldung und gezielte Pflanzungen nach katastrophalen Ereignissen wie Sturm oder Trockenheit  bieten eine Chance, Wald und Forstwirtschaft an den Klimawandel anzupassen. Nur dann werden die vielfältigen Schutzfunktionen auf Jahre hinaus erfüllt und Holz als Bau-, Werkstoff und nachrangig als Energieträgerauch in den kommenden Jahren zur Verfügung stehen. Hierzu fördern Bund und Länder verschiedene Maßnahmen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) sowie des Waldklimafonds.

Daneben ist die auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Bewirtschaftung der Wälder wesentlich: Gesetzliche Vorgaben regeln die Mindestanforderungen, darüber hinaus gehende, freiwillige Zertifikate setzen zusätzliche Maßstäbe an Ökologie, Ökonomie und Sozialstandards. Insgesamt waren laut Umweltbundesamt im Jahr 2018 gut 68,6 Prozent der hiesigen Waldfläche nach PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) und 12,3 Prozent nach FSC (Forest Stewardship Council) zertifiziert.

Nachhaltige Nutzung von Holz

Holz wird hierzulande nicht vorrangig als Brennstoff geschlagen. Vielmehr ist die energetische Nutzung fast immer mit der stofflichen, das heißt mit der Be- und Verarbeitung von Holz als Roh-, Bau- und Werkstoff, verknüpft. Das geerntete Rohholz wird nach Holzart, Sortiment, Qualität und Größe sortiert, so dass ausgewählte Holzsortimente zum Beispiel der Säge- oder Furnierindustrie und andere wiederum der Papier- und Zellstoffindustrie zugeführt werden können. Bei der weiteren Verarbeitung entstehen Kuppel- oder Nebenprodukte, die letztlich als Brennstoff Verwendung finden: Sägespäne können zu Holzpellets gepresst und Industrierestholz als Holzhackschnitzel für stoffliche oder energetische Zwecke genutzt werden. Scheitholz wird aus qualitativ geringwertigeren oder unverkäuflichen Stammholzsortimenten erzeugt, die sich nicht für Bau- oder Möbelholz eignen.

Daneben spielt auch die Kaskadennutzung eine wesentliche Rolle bei einer nachhaltigen Holznutzung. Gemeint ist die aufeinanderfolgende und mehrmalige Nutzung des Rohstoffs – zunächst zur Herstellung von Holzprodukten, dann bei ihrem langjährigen Gebrauch und schließlich bei der Verwertung von Gebraucht- oder Altholz als Brennstoff. Voraussetzung für funktionierende Kaskaden ist allerdings, dass genügend Gebrauchtholz in bestimmter Qualität vorhanden ist, damit beispielsweise eine Großfeuerungsanlage betrieben werden kann. Auf diese Weise bekommt Altholz, das beispielsweise beim Abriss von Gebäuden oder dem Aussondern alter Paletten und Möbel anfällt, an seinem Produktlebensende noch eine sinnvolle Verwendung: die  Wärmeerzeugung.

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