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Ob Holzpellets, Hackschnitzel und Co., es gilt je weniger Wassergehalt, desto weniger Emissionen.
Ob Holzpellets, Hackschnitzel und Co., es gilt je weniger Wassergehalt, desto weniger Emissionen.

Holzbrennstoffe sicher lagern

Wer sich für das Heizen mit Holz entscheidet, sollte sich auch mit der richtigen Lagerung auseinandersetzen, um unnötige Energieverluste und Gefahrenquellen von Anfang an zu vermeiden. Dabei sind die Vorgaben für das sichere Lagern so vielfältig wie der Brennstoff selbst. Ein Tipp vorab: Egal ob Holzpellets, Hackschnitzel und Co., die holzartigen Brennstoffe müssen trocken und so gelagert werden, dass die Luft zirkulieren kann.

Lagerung von Holzpellets

Holzpellets sind als lose Ware oder in 15-kg-Säcken erhältlich. Letzteres ist vor allem beim Einsatz eines Pelletkaminofens praktisch, denn so kann der integrierte Vorratsbehälter im Ofen bequem und sauber gefüllt werden. Die Sackware kann gut in trockenen Räumen, zum Beispiel einem Kellerraum, bevorratet werden. Bei Pelletzentralheizungen wird regulär ein Pelletlager eingesetzt, sodass der Brennstoff ganzjährig vorrätig ist. Die optimale Größe des Lagerraumes richtet sich nach dem Pelletverbrauch pro Jahr und danach, wie viel Pellets pro Lieferung eingelagert werden sollen. Als Kennwert dient hierbei der Wärmebedarf pro Jahr, der von Planern, Energieberatern oder Heizungsinstallateuren ermittelt werden kann. Das für die Lagerung nutzbare Volumen liegt bei circa zwei Dritteln des Raumvolumens. Abhängig vom Platzangebot und der Ausstattung des Hauses bieten sich dem Verbraucher mehrere Möglichkeiten im Hinblick auf ein Pelletlager: in einem ehemaligen Heizöllager oder umgebauten Kellerraum, in Silos aus Metall oder Stoffgewebe, die beispielsweise im Keller oder gegen Feuchtigkeit geschützt auch außerhalb des Hauses aufgestellt werden können, und gegebenenfalls auch in einem unterirdischen (Erd-)Lagertank außerhalb des Gebäudes.

Bei der Suche nach dem geeigneten Ort für die Lagerung sind folgende Punkte zu beachten:

  • Der Zufahrtsweg muss für Silofahrzeuge geeignet sein.
  • Die Einblas- und Abluftrohre des Lagerraums/-tanks dürfen maximal 30 Meter vom Tankwagen entfernt sein.
  • Die Leitungsführung sollte möglichst geradlinig erfolgen.
  • Die Anschlüsse für Befüll- und Abluftschlauch, über die die Pellets direkt oder durch Einblasrohre in den Lagerraum hineingeblasen und die Druckluft abgesaugt werden, müssen von außen zugänglich sein und ausreichend Platz zum Anschließen bieten.
  • In unmittelbarer Nähe der Anschlüsse für Befüll- und Abluftschlauch muss sich ein Stromanschluss befinden, um das Staubabsauggebläse anschließen zu können.
  • Werden die Pellets mit Hilfe einer Förderschnecke zur Pelletheizung transportiert, muss das Pelletlager direkt an den Heizraum angrenzen. Bei einer Saugaustragung darf der Heizraum bis zu 20 Meter entfernt liegen.
  • Wenn der Heizraum an eine Außenwand des Hauses angrenzt, kann das Pelletlager oder der Heizraum direkt oder natürlich belüftet werden. Alternativ muss durch ein zusätzliches Lüftungsrohr und gegebenenfalls Lüftungseinrichtung für den notwendigen Luftwechsel nach geltender Feuerungsverordnung gesorgt werden.
  • Vor jedem Betreten oder Befüllen des Lagers muss die Heizung ausgeschaltet und der Lagerraum intensiv gelüftet werden.

Um die optimale Funktion des Pelletkessels sicherzustellen, sollte das Lager jährlich oder spätestens alle zwei Jahre komplett geleert und vom Feinanteil der Pellets gereinigt werden. Ideal für das Entfernen der Staubpartikel sind Frühjahr oder Sommer aufgrund des geringen Wärmebedarfes und der kurzen Holzpelletlieferzeiten.

Weiterführende Informationen zu den bautechnischen Anforderungen sowie die Sicherheitshinweise für Pelletlager finden Sie in der Broschüre  „Lagerung von Holzpellets - ENplus-konforme Lagersysteme“ des DEPV e.V. sowie der Feuerungsverordnung. Den entsprechenden Lageraufkleber können Sie beim Deutschen Pelletinstitut (DEPI) anfordern.

Lagerung von Holzhackschnitzeln

Wer mit Hackschnitzeln heizt, betreibt häufig eine natürliche oder technische Trocknung in Eigenregie und beschickt mit Front- oder Radlader sein Vorratslager neben der Heizung. Alternativ können Betreiber sehr kleiner Hackschnitzelfeuerungen auch bedarfsgerecht aufbereitete trockene Hackschnitzel – sogar als ENplus-zertifizierte Qualitätshackschnitzel, durch Kippfahrzeuge oder Pumpwagen anliefern lassen. Die Größe des Vorratslagers für Hackschnitzel neben der Heizung wird durch Kesselhersteller, Installateur oder Planer anhand des jährlichen Wärmebedarfes und der Transportmenge je Lieferung vorgegeben. Neben der Bewegungsfläche für Lieferfahrzeuge oder Radlader muss beim Abkippen auf ausreichend Höhe bis zur Dachfläche geachtet werden.  

Frische Holzhackschnitzel werden in der Regel drei Monate auf einer mit Pflaster, Beton oder Asphalt befestigten Fläche gelagert. In den Sommermonaten können diese sogar offen oder unter einem Dach beziehungsweise Plane gelagert und durch bakterielle Eigenerwärmung auf einen Wassergehalt von etwa 25 bis 35 Prozent getrocknet werden. Dauer und Gleichmäßigkeit der natürlich belüfteten Mieten- oder Lagertrocknung hängt von der Qualität des Holzsortimentes, der Partikelgröße und Menge an Feinanteil und Höhe der Lagermiete ab. Durch Umsetzen der Miete kann die Gefahr der Selbstentzündung reduziert werden und die Trocknung wird gleichmäßiger. Ab Spätsommer begünstigen nadel-, rinden und erdhaltige Hackschnitzel ab 4 Meter (m) Mietenhöhe eine Selbsterhitzung. Bedarfsgerecht getrocknete Hackschnitzel können bei Außenlagerung mit einem halbdurchlässigen, wasserabweisenden Vlies gegen Wiederbefeuchtung abgedeckt werden. Trockene Hackschnitzel haben einen höheren Heizwert als feuchte. Allerdings können zu trockene Hackschnitzel bei nicht dafür geeigneten Feuerungsanlagen zu einer zu hohen Feuerraumtemperatur, mehr Staubemissionen und in Verbindung mit mineralischen Bestandteilen zu Schlackebildung führen. Bei neuen Hackschnitzelkessel sind auf dem Typenschild Partikelgrößenklasse und Wassergehalt angegeben. Große Hackschnitzelmieten zur Lagertrocknung sollten so für die Verbrennung entnommen werden, wie sie angelegt wurden. Kleinere und schmalere Mieten trocknen schneller und gleichmäßiger als große.

Folgende Maßnahmen haben sich nach C.A.R.M.E.N. e. V. bei der Lagerung bewährt:

  • kurze Lagerdauer (nicht über 3 Monate)
  • Niederschlagsschutz
  • Ausreichende Luftzufuhr
  • Optimale Schütthöhe (höchstens 4 m)
  • Aktive Trocknung oder Kühlung

Für viele Feuerungen ist eine Lagertrocknung von Holzhackschnitzeln von mehr als drei Monaten außerhalb der Heizperiode nicht erforderlich um auf einen Wassergehalt von etwa 30 Prozent zu trocknen. Substanzverluste, Trockendauer und Homogenität des Wassergehaltes hängen von Holzart, Partikelgröße und Feinanteil (Nadel, Blätter), Anfangsfeuchte und Wiederbefeuchtung durch Niederschlag sowie Rinden- und Bodenanhaftung ab. Idealerweise wird ein Hackschnitzellager mit Radlader zur besseren Belüftung umgesetzt.

Lagerung von Holzbriketts

Als Alternative und Ergänzung zu Scheitholz werden in Öfen auch Holzbriketts verwendet. Sie überzeugen durch homogene Brennstoffqualität und einfache Handhabung. Die handliche Größe und Form von Holzbriketts macht den Brennstoff zu einem Platzsparer, der in jedem geschlossenen Raum gelagert werden kann. Werden Holzbriketts feucht oder sogar nass, quellen sie unmerklich auf, zerfallen im Feuerraum und können unkontrolliert verbrennen. Nur bei trockener Lagerung bleiben die Form und Brenneigenschaften der Holzbriketts langfristig erhalten.

Lagerung von Scheitholz

Frisch geschlagenes Holz aus dem Wald hat einen hohen Wassergehalt und muss an der Luft oder technisch auf unter 25 Prozent Holzfeuchte oder kleiner 20 Prozent Wassergehalt getrocknet werden. Für alle Holzarten gilt: Je niedriger der Wassergehalt, desto mehr Wärme und desto weniger Emissionen werden bei der Verbrennung erzeugt. Frisch geschlagenes Brennholz aus dem Wald hat beispielsweise einen Wassergehalt von 50 bis 60 Prozent und weniger als die Hälfte des Energiegehalts von luftgetrocknetem Holz. Brennholz kann innerhalb eines Jahres, von Anfang März bis Mitte Oktober, auf weniger als 20 Prozent Wassergehalt natürlich getrocknet werden, wenn es gegen direkten Niederschlag geschützt und mit mindestens 30 cm Abstand vom Boden gestapelt an einem sonnen- und windexponierten Platz gelagert wird.

Für eine günstige Trocknung und Verbrennung gilt, dass das Holz passend zur Feuerraumgröße portionsgerecht gespalten ist. Die natürliche Trocknung kann so eingerichtet werden, dass sie gleichzeitig als Brennstofflager dient. Selbst Eichenbrennholz kann so unter optimalen Bedingungen bis zur nächsten Heizsaison getrocknet werden. Alternativ kann auch ofenfertiges technisch getrocknetes Scheitholz gekauft werden. Für die Lagerung von trockenem Brennholz in Kellerräumen muss auf ausreichend Belüftung geachtet werden, damit es nicht nachträglich von Schimmelpilzen befallen wird.

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