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Zum Schutz des Waldes sollten befallene Bäume direkt abtransportiert werden, um einen weiteren Befall zu stoppen.
Zum Schutz des Waldes sollten befallene Bäume direkt abtransportiert werden, um einen weiteren Befall zu stoppen.

Klima, Wald und Schadholz

Nordrhein-Westfalen (NRW) verfügt über 935.000 Hektar (ha) Wald. Dies entspricht etwa 27 Prozent der Landesfläche von NRW. Doch seit gut zwei Jahren machen Sturmschäden, Hitze und Dürren sowie der Borkenkäfer dem Wald zu schaffen. Vor allem die ungebremste Entwicklung des Käfers sorgt dafür, dass Waldbestände – insbesondere Nadelhölzer wie die Fichte, aber auch zunehmend Laubhölzer, großflächig absterben. Mit einem Blick auf die Baumkronen ist die Vitalität der Waldbäume erkennbar, weshalb die Waldzustandserhebung anhand des Verlusts von Blättern und Nadeln erstellt wird. Im Jahr 2019 war der Kronenzustand in den Wäldern NRWs so schlecht wie seit Beginn der Erhebungen vor 35 Jahren nicht. Laut Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MULNV) zeigten gut 42 Prozent der untersuchten Waldbäume eine deutliche und 39 Prozent eine schwache Kronenverlichtung. Nur noch 19 Prozent waren sogar ohne Kronenverlichtung.

Borkenkäferkalamität macht dem Wald zu schaffen

Hauptsächlich betroffen sind die Fichtenbestände: Nach einer aktuellen Erhebung fielen seit Beginn der Kalamität in 2018 bis März 2020 allein knapp 19 Millionen Kubikmeter Schadholz an. Damit ist selbst das Gesamt-Schadholzvolumen von Kyrill (in NRW insgesamt 15,7 Mio. Festmeter) übertroffen worden und ein zeitnahes Ende der Borkenkäferkalamität ist nicht abzusehen. Bis zum Ende des Jahres 2020 sollen es voraussichtlich etwa 20 Millionen Festmeter werden. Aber auch Laubhölzer sind massiv von der Trockenheit und Hitze betroffen. So wurden landesweit 600.000 Kubikmeter Schadholz dokumentiert. Nach Aussage vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW wird sich die Situation in den nächsten zehn Jahren weiterhin verschlechtern.

Baumentnahme schützt den Wald

Was viele nicht wissen: Gerade zum Schutz des Waldes müssten die befallenen Bäume direkt abtransportiert werden, um die umliegenden vor einem weiteren Befall zu schützen. Doch das Überangebot an Rohholz findet keine Abnehmer. Dementsprechend sinken die Preise, wodurch den Waldbesitzern erhebliche Einnahmen fehlen. So kostet mittlerweile das Aufarbeiten der Bäume mehr als der Holzverkauf einbringt, was für die Waldbesitzer einen finanziellen Schaden bedeutet. Eine weitere Problematik ist die Lagerung von Kalamitätsholz. Es fehlt an Lagerkapazitäten zur wert- und qualitätserhaltenden vorübergehenden Möglichkeit, um das Holz für die Folgejahre zu konservieren, wenn der planmäßige Holzeinschlag angepasst wird. So sind die Aufarbeitungskosten in geschädigten Beständen deutlich höher, wenngleich die Holzqualität häufig nicht mit Holz aus planmäßigem Einschlag vergleichbar ist. Und auch wenn sich das Schadholz gut zum klimaneutralen Heizen eignen würde, kommt hinzu, dass viele Großanlagen erst eine technische Anpassung erhalten müssten. Um der Problematik geringfügig entgegen zu wirken, wurden deshalb in NRW bisher insgesamt 30 Prozent des Schadholzes nach Angaben des Landesbetriebes Wald und Holz NRW aus dem Staatswald nach China exportiert. Das Export-Geschäft soll nach Aussage des Landesbetriebes dann wahrscheinlich nach der „Borkenkäfer-Kalamität“ in etwa zwei bis drei Jahren wieder heruntergefahren werden. Parallel dazu unterstützt die Landesregierung zudem im Rahmen des „Programm für die Zukunft des Waldes“ die Waldbesitzer mit einem 100 Millionen Euro-Wiederbewaldungsprogramm für den Aufbau von vielfältigen und klimastabilen Wäldern sowie bei der Bewältigung der akuten Schadenssituation. Bereits mit den Fördergeldern für Ad-hoc-Hilfen von 9,2 Millionen Euro wurden laut Landesregierung vor allem die Überwachung der Borkenkäferpopulation, die Aufarbeitung befallenen Holzes, der Holztransport in Trocken- und Nasslager sowie weitere Maßnahmen zur Herabsetzung der Bruttauglichkeit unterstützt.

Aktuell aber auch langfristig gibt es dennoch genügend Holzvorräte, um seine Holzpellets-Anlage mit den kleinen Presslingen zu versorgen. Denn in Deutschland werden Holzpellets aus weniger als 10 Prozent des heimischen Gesamtaufkommens an Sägenebenprodukten erzeugt und laut dem Deutschen Pelletinstitut (DEPI) werden pro Jahr rund 2,3 Millionen Tonnen (t) Pellets verbraucht.

Fazit

Auch wenn es verschiedene Verwendungsmöglichkeiten für das Schadholz gibt, ist die Wirtschaftlichkeit oft nicht gegeben. Durch das Überangebot und dem damit verbundenen Preisverfall und die zusätzlichen Kosten für die Aufbereitung des Holzes in Form von beispielsweise Hackschnitzeln sowie deren Logistik zum Käufer, benötigen Waldbesitzer einen höheren Preis, um ihre Kosten zu decken. Fakt ist jedoch, dass es trotz aktuellen Waldsterbens durch Aufforstungskonzepte auch zukünftig genügend Rohstoff für das Heizen mit Holzpellets gibt.

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